2. Im Laufe der folgenden Tage und Wochen werden unter Einsatz von starken Arbeitskolonnen entlang der Sektor- und Zonengrenze die östlichen Grenzsperren ausgebaut

Hinter der ersten Betonmauer entsteht eine zweite, zwei-, drei- und teilweise vierfache Stacheldrahtsperren werden errichtet, Drähte zur Auslösung von Alarm- bzw. Schreckschüssen gelegt, Gräben gezogen, Beobachtungstürme errichtet, Sperrgitter in die Kanalisationsanlagen eingebaut und Scheinwerfer zur Anstrahlung der Grenze montiert.

Seit dem 20.9.1961 werden außerdem unter den „Schutz“ der Vopo die unmittelbar an der Sektorgrenze gelegenen Häuser von den bisherigen Anwohnern geräumt (Harzer Straße, Bernauer Straße, Sebastianstraße, Waldemarstraße und an vielen anderen Stellen).

Um die Grenze noch besser kontrollieren zu können, begannen am 28.9.1961 Massenaufgebote von Vopo und Zivilarbeitern (teilweise bis zu 1000 Personen) in etwa 100 m Tiefe Grenzstreifen als „tote Zone“ auszubauen (am Teltowkanal, zwischen Rosenthal und Schönholz, Staaken pp.). Hierzu wurden u.a. Laubengelände eingeebnet, zahlreiche winterfeste Häuser abgerissen und Laufgräben ausgehoben bzw. stellenweise aus dem Erdreich gesprengt, wobei zahlreiche Sachbeschädigungen an Häusern auf West-Berliner Gebiet entstanden.

Zugleich mit dem Bau der Sperren installierten östliche Arbeitstrupps entlang der gesamten Grenze zahlreiche Lautsprecher zur Ausstrahlung der kommunistischen Propaganda in Richtung West-Berlin.

Bis zum 13.11.1961 waren 183 Lautsprecher angebracht, die zum Teil noch einzeln, teilweise jedoch schon gruppenweise geschaltet, kommunistische Hetzsendungen ausstrahlen.

Sämtliche Maßnahmen sind bei Abschluß dieses Berichtes noch in vollem Gange.

Die Art der Maßnahmen und insbesondere die errichteten Sperren zeigen, daß sie für längeren Zeitraum bestimmt sein sollen.