3. Auf dem in West-Berlin gelegenen S- und Reichsbahngelände herrschte im allgemeinen Ruhe. Transport-Polizisten zeigten sich seit dem 13.8.1961 nicht mehr auf den in West-Berlin befindlichen S-Bahnhöfen. Lediglich auf dem Güterbahnhof der Nordbahn (Gesundbrunnen) verschärfte sich die Situation, als am 16.10.1961 die nach West-Berlin zeigenden Seiten des dort befindlichen Wasserturmes in 2 bis 2,5 m großen schwarzen Buchstaben mit „DDR“ beschriftet und außerdem 2 von bewaffneten Transportpolizisten besetzte Erdbunker errichtet wurden.

Diese provokatorische Verhaltensweise, die mit der in den Tätigkeitsbereich der „Transportpolizei“ fallenden Erfüllung betrieblicher Aufgaben auf Bahngelände nicht zu vereinbaren war und den Ausbau des in West-Berlin gelegenen Geländes zu einem „kommunistischen Stützpunkt" bedeutete, löste bei der Bevölkerung starke Erregung aus und veranlasste die französische Militärregierung, zunächst bei den sowjetischen Vertretern in Karlshorst zu protestieren.

Am 25.10.1961 bezogen französische Soldaten gegenüber dem Wasserturm auf dem sogenannten Uhrenberg (Hertha-Sportplatz, Behmstraße) eine MG-Stellung. Am 8. und 9.11.1961 durchkämmte ein Kommando der französischen Gendarmerie das Gelände um den Wasserturm auf der Suche nach Vopo, die dort bei Aufräumungsarbeiten beobachtet worden waren, sich jedoch rechtzeitig zurückgezogen hatten.

In den Morgenstunden des 10.11.1961 wurde beobachtet, dass aus den aufgemalten 3 Buchstabengruppen „DDR“ jeweils das erste D mit weißer Färbe überstrichen und nur noch dreimal „DR“ (= Deutsche Reichsbahn) zu lesen war.