Helwig-Wilsons Blick auf das ehemalige KZ-Sachsenhausen.
Fotos: © Ha.-Jo. Helwig-Wilson, 1961 (www.Berliner-Mauer-Archiv.de)

Sachsenhausen mahnt! Die Toten mahnen und rufen: Laßt uns nicht umsonst gestorben sein! Die dokumentarischen S/W-Fotos von Helwig-Wilson zeigen den Besuch einer Reisgruppe.

Andere Fotos zeigen die propagandistische Verunglimpfung des KZs durch die SED. „Opfer des Faschismus″ steht auf dem zentralen Mahnstein, doch einen Faschismus hat es in Deutschland zur Zeit Hitlers nicht gegeben. Die DDR-Propagandisten meinen die Opfer des Nationalsozialismus. Faschismus - als modernes Wort zur Charakterisierung totalitärer Staaten - trifft jedoch auf die DDR zu, die diktatorisch von einem russischen Stiefelknecht die eigene Bevölkerung kasernierte, entmündigte und bespitzelte.

„Sachsenhausen - Für Frieden und Menschlichkeit″. Die totalitäre DDR vermarktet sich als Garant des Friedens und der Menschlichkeit. Hierbei muss man beachten, dass ein sozialistischer Frieden und eine sozialistische Menschlichkeit gemeint sind. Für Nicht-Einheitssozialisten sahen die DDR-Machthaber Marginalisierung und Gefängnis vor. Erinnert sei an dieser Stelle an die vielen Zeugen Jehovas, die erst bei Hitler und dann bei Ulbricht in den Gefängnissen saßen. Menschlichkeit, was für ein Hohn und Beleidigung aus dem Munde eines DDR-Sozialisten!

 


Tipp: Videointerview mit Helwig-Wilson, ...
Lit. 1: Hans Hesse (Hrsg.): „Am mutigsten waren immer wieder die Zeigen Jehovas″. Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus, Edition Temmen
Lit. 2: Hans-Hermann Dirksen: „Keine Gnade den Feinden der Republik″. Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in der SBZ/DDR 1945-1990, Zeitgeschichtliche Forschungen 10, Duncker & Humblot, Berlin

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